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Ratgeber und Informationen zur Thrombozytenspende

Ratgeber und Informationen zur Thrombozytenspende
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Blutplättchen (Thrombozyten) sind kleine, scheibenförmige Blutkörperchen, die bei gesunden Menschen ständig im Knochenmark gebildet werden. Wird ein Blutgefäß verletzt, heften sie sich aneinander und an das umliegende Gewebe und verschließen so die blutende Wunde. So entsteht ein körpereigener Wundverschluss, der verhindert, dass der Verletzte große Mengen Blut verliert. Wegen dieser großen Bedeutung für die Blutgerinnung sind Thrombozyten für den Menschen lebenswichtig.

Thrombozyten = Blutplättchen

Durch eine Reihe von sehr ernsten Krankheiten und bei großem Blutverlust, etwa während schwer Operationen, nach Verkehrsunfällen und anderweitigen schweren Verletzungen, kann es dazu kommen, dass im Blut nicht mehr genug Blutplättchen vorhanden sind um die Blutgerinnung sicher zu stellen und die Transfusion von gespendeten Thrombozyten wird notwendig. Laut einem Bericht der Universität Erlangen aus dem Jahr 2011 wurden 34% der Thrombozytenspenden bei der Behandlung von Blutkrebs und anderen Krebsarten eingesetzt, 6% wurden Patienten mit andere Erkrankungen des Blutes, der blutbildenden Organe und des Immunsystems verabreicht, 28 % wurden während einer Knochenmarkstransplantation oder ähnlichen Therapien verwendet und 10% kamen bei der Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen – einschließlich der erforderlichen Operationen - zum Einsatz.

Auch Eigenspenden sind möglich

Um die benötigten Thrombozyten zu bekommen gibt es prinzipiell zwei Wege. Bei geplanten Operationen und Behandlungen ist eventuell eine Eigenspende möglich. Das heißt, der Patient spendet die Thrombozyten, die ihm transfundiert werden sollen, vor dem Eingriff selbst. Diese Form der Spende ist allerdings extrem selten. Nur 264 Transfusionseinheiten konnten 2012 in Deutschland auf diese Weise gewonnen werden. Weitaus häufigen ist die Fremdspende. 2012 wurden in Deutschland rund 600.000 Transfusionseinheiten Thrombozyten durch Fremdspenden zur Verfügung gestellt. 44 % davon wurden beim Deutschen Roten Kreuz abgegeben, 48% bei anderen gemeinnützige oder staatliche Blutspendedienste oder direkt bei einer Klinik - oft einer Uniklinik - und 7% bei privaten Blutspendediensten.

Kurze Haltbarkeit & komplizierte Lagerung

Ein Problem der Throbozytenspende ist die kurze Haltbarkeit der Thrombozyten von maximal 5 Tagen und die komplizierte Lagerung, die unter ständiger Bewegung bei +20 °C bis +24 °C erfolgen muss, damit die Blutplätttchen in gutem Zustand erhalten bleiben. Das erklärt auch, warum etwa 17% der gespendeten Thrombozyten nicht transfundiert werden können, sondern entweder während der Spende, nach der Spende beim Hersteller oder bei der übertragenden Klinik als unbrauchbar entsorgt werden müssen. Um den hohen Verlust auszugleichen, sind entsprechend mehr Spenden erforderlich. Wohl ebenfalls wegen der kurzen Haltbarkeit wurden 2012 weder Thrombozytenspenden aus dem Ausland zugekauft noch ins Ausland verkauft, so das genügend inländische Spender zur Versorgung der Kranken zur Verfügung stehen müssen. Zudem ist der Verbrauch an Thrombozytenspenden von 2002 bis 2012 um 63% gestiegen.

Verschiedene Spendenarten

Thrombozyten können auf zwei Arten gespendet werden. So genannte Pool-Thrombozytenkonzentrate werden aus mehreren Vollblutspenden im Labor hergestellt. Sie machen 38% der Spenden aus. Die zweite und mit einem Anteil von 62% häufigere Spendeart ist die Apherese. Dabei wird aus einer Vene am Arm Blut entnommen und mit Blutverdünner vermischt. Aus diesem Blut werden mittels einer Zentrifuge die Blutplättchen abgetrennt. Gleichzeitig wird etwas Blutplasma zur Lagerung der Thrombozyten mit abgenommen. Das restliche Blut wird dem Körper des Spenders wieder zugeführt. Für diese Art der Spende ist jeder geeignet,

    • der zwischen 18 und 60 Jahre alt und gesund ist
    • nicht dauerhaft auf Medikamente (insbesondere Aspirin) angewiesen ist
    • mindestens 60 kg wiegt, gut punktierbare Venen hat und der über eine ausreichende Blutmenge verfügt
Durch eine vorhergehende Blutentnahme wird vor der Spende im Labor die Anzahl der Thrombozyten im Blut überprüft. Dieser Wert sollte bei mindestens 250.000 je Mikroliter liegen. Wegen der kurzen Haltbarkeit der Thrombozyten müssen die Spender telefonisch erreichbar und zu kurzfristigen Spenden bereit sein. Diese werden in der Regel mit einen Obolus von 25 € bis 40 € honoriert.

Seltene Nebenwirkungen

Weil für die Thrombozytenspende ein Einmalsystem verwendet wird, das nach dem Gebrauch entsorgt wird, ist eine Infektionsübertragung ausgeschlossen. Seltene Nebenwirkungen sind Kreislaufprobleme, Blutergüsse am Einstich oder Nebenwirkungen durch den Blutverdünner wie Kribbeln in den Fingern und Zehen. Die Thrombozytenapharese ist eine schonende Art der Spende, da ein Großteil des Blutplasmas und die roten Blutzellen in den Körper zurückgeführt werden. Weil nur relativ wenige Blutplättchen entnommen werden, hat die Spende keine Auswirkungen auf die eigenen Blutgerinnung. Der Körper kann die fehlenden Blutplättchen schnell ersetzen, so dass mehrere Spenden pro Woche möglich sind. Jeder von uns kann zur Rettung seines Lebens auf eine solche Spende angewiesen sein und sollte deshalb nicht zögern, selbst Thrombozyten zu spenden.

Quellen:

Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel: Berichte nach § 21 Transfusionsgesetz: Tabellen Gewinnung, Herstellung, Import, Export und Verbrauch 2012 und Auswertungen über mehrere Jahre, Langen, 2013

Zimmermann/Bender: Pool- versus Apherese-Thrombozytenkonzentrate, Wissenschaftliches Gutachten zur Wertigkeit der Präparate und den rechtlichen Implikationen, Universität Erlangen, 2013

http://www.klinikum-braunschweig.de/389.0.html
https://www.ukb.uni-bonn.de/42256BC8002AF3E7/vwWebPagesByID/5DA6E1384F5CE820C12577E400493103
http://www2.klinikum-augsburg.de/3078/Thrombozy
https://www.blutspendedienst-west.de/blutspende/spenderinformationen/thrombozytenspende.php
http://www.blutspende-plasmaspende.de/vergutung/aufwandsentschadigung-fur-blutspenden-geld-verdienen-als-blutspender/

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1 Kommentar

  1. Heike

    Hallo, der Beitrag ist sehr interessant!!!

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